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es dir wohlgehe auf Erden; dieſes Spruchs war ſie eingedenk, und nicht des eignen Leids, das ſie um Erfüllung ihrer kindlichen Pflichten willen in dieſem Augenblicke erdulden mußte. Von Zeit zu Zeit ſah ſie wohl flehend zu Neumann empor, der ver⸗ nichtet neben ihr ſtand, aber der ſtumpfſinnige Mann war nur auf ſeine eine eigene Rettung be⸗ dacht und mit ſich ſelbſt beſchäftigt.
— MNarſch, fort ins Gefängniß!— befahl die Polizei. Mechaniſch gehorchten die Angeſchul⸗ digten. Noch einmal drehte ſich Agnes im Gehen nach dem Geliebten um. Sie nahm von ihrem Glück auf ewig Abſchied. Karl vermochte ſie nicht anzuſehen und wandte ſich von ihr ab. Auch er hatte ſie verdammt. Selbſt dieſer Schmerz ward ihr nicht erſpart. Hätte er ihren letzten Blick geſchaut, in welchem unter Thränen das Bewußt⸗ ſein ihrer Unſchuld glänzte, er wäre nimmermehr in ſeinem Glauben wankend geworden. Sie ſchritt gleich einer Heiligen neben ihren Häſchern einher und trug ihr Kreuz mit himmliſcher Ergebenheit. Rein, wie ein Engel des Himmels, hold und bleich wandelte ſie durch die ſtille Nacht dem Gefäng⸗ niß zu.


