Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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den Obſthandel unternommen, welcher bald nicht mehr hinreichte, die ſteigenden Bedürfniſſe der Fa⸗ milie zu befriedigen. Dennoch gelang es ihr unter Sorgen und Kummer das drohende Verderben hin⸗ zuhalten. Ein ſolches Hausweſen gleicht einem Gewande, das in Stücke fällt. Von Tag zu Tag wird es fadenſcheiniger. Vergebens ſucht der ver⸗ ſchämte Beſitzer das Uebel zu verbergen. Ein kleiner Riß genügt und die lang verhehlte Blöße tritt ungeſcheut hervor. Welche Schmerzen hatte die arme Frau erduldet, ehe es zu dieſem Aeußerſten gekommen war. Bange Tage und ſchlafloſe Nächte waren vorangegangen. Vor allen Augen, ſelbſt vor denen der Kinder hatte ſte den Ruin zu ver⸗ heimlichen geſucht und in ihrem Geiſte nach neuen Hilfsquellen gerungen, um dem drohenden Verder⸗ ben zu entgehen. Alles umſonſt. Länger ging es nicht. Der Umzug hatte die letzten Hülfsmittel hinweggenommen. Der Banquerot war ausgebro⸗ chen und das nackte Elend ſtand vor der Thür.