ein feiner erkältender Regen nieder. Die bleiche, kränkliche Frau, welche eben im Begriffe ſtand, mit dem Manne den Tiſch in den Keller hinabzutragen, zitterte am ganzen Körper und gleitete auf dem naſſen ſchlüpfrigen Boden aus. Faſt wäre ſie die Stufen hinabgefallen, hätte ſie nicht die älteſte Tochter, welche zwei Stühle trug, ſchnell unter⸗ ſtützt und abgelöſt. Dies war nur möglich, indem ſte ohne Zaudern die Seſſel fallen ließ. Polternd ſtürzten dieſe die Kellertreppe nieder, wobei die Lehne des einen und ein Bein des andern in Stücke brach.
— Zum Teufel mit dem Weibsvolk!— ſchrie der rauhe Mann. Was ſie nur anrühren geht zu Grunde.
Die Mutter wagte nicht zu antworten. Sie war ſeit Jahren ſchon gewohnt zu dulden und zu ſchweigen. Die Tochter dagegen zuckte bei dem rohen Fluche des Vaters zuſammen und wurde noch bleicher als ſie ohnehin ſchon war. Im nächſten Augenblicke färbte eine plötzliche Röthe das zarte, nicht unintereſſante Geſicht. Die feinen Lippen bebten, als ſchwebe eine ſchnelle, trotzige Antwort auf denſelben, doch indem ihr glänzendes


