Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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rühmen und ſein Angedenken zu ehren. Kein Tag verging, wo ſie nicht Seiner gedachte; ja ſie glaubte ihn erſt jetzt wahrhaft zu lieben, wo kein irdiſcher Wunſch ſich mehr in ihre Neigung miſchte; erſt jetzt ihn zu beſitzen, wo der Widerſtand der Welt durch ſeinen Tod beſiegt war und Niemand ihr den Vorwurf einer ſelbſtſüchtigen Nei⸗ gung machen durfte. So lang er lebte, mußte ſie ihr Gefühl verbergen, den Geſtorbenen konnte ſie rückſichts⸗ los lieben.

In dieſer Stimmung überraſchte ſie der Arzt durch Ueberbringung eines eben erſchienenen Zeitungsblattes, worin ſie dringend aufgefordert wurde, von ihrem gegen⸗ wärtigen Aufenthalte Kenntniß zu geben wegen einer wichtigen, ſie beſonders intereſſirenden Mittheilung. Die Anzeige war von ihrem alten Freunde, dem Souffleur unterzeichnet; ſie nahm daher keinen Anſtand derſelben Folge zu leiſten und ihm zu ſchreiben. Schon nach weni⸗ gen Tagen traf ſeine Antwort ein; die darin enthaltene Nachricht war aber von ſo großer Wichtigkeit für ſie, daß ſie ſich ungeachtet ihres leidenden Zuſtandes zu einer Reiſe nach der Reſidenz entſchloß, wo der Souffleur auf Baudiſſen's Verwendung endlich eine feſte Anſtellung ge⸗ funden hatte. Sogleich eilte ſie nach der ihr angegebenen Wohnung, wo ſie den alten Freund auch antraf. Mit einem Freudenruf eilte er ihr entgegen, um ſie zu be⸗ grüßen.