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kommener Einſamkeit, höchſtens von dem Geſang der zwitſchernden Vögel unterbrochen. Martha ſelbſt wußte nicht, wie ſie ſo plötzlich alle bisherige Vorſicht vergeſſen⸗ konnte und wie ſie ſich ohne Widerſpruch an dem Arme eines ihr fremden Mannes fand; aber ein Blick auf ihren würdigen Begleiter genügte, um jeden aufſteigenden Verdacht zu verbannen. Selten glaubte ſie ein ähnlich wohlwollendes Geſicht erblickt zu haben. Wenn dieſe treuen Augen, dieſe ſchlichten Züge logen, dann gab es weder Treue noch Wahrheit mehr auf der ganzen Welt. Ihr war es an ſeiner Seite zu Muthe, als hätte ſie einen Vater gefunden, dem ſie ſich mit all' ihren Leiden und Verwirrungen vollkommen anvertrauen durfte. Seine Geſpräche, welche ſich bisher nur im Allgemeinen ergin⸗ gen, zeigten einen hohen Grad von Bildung, verbunden mit einer ſeltenen Tiefe und Wärme des Gemüthes. Sein Urtheil, wo er dasſelbe zu zeigen Gelegenheit hatte, war treffend und doch ſo mild und nachſichtig gegen die Schwä⸗ chen der Menſchen, als ob ihm in jedem Augenblicke der heilige Spruch vorſchwebte:„Richtet nicht, damit auch ihr nicht gerichtet werdet.“
Während ſie auf und nieder gingen unter den ſchat⸗ tigen Bäumen und die erfriſchende Kühle des Parkes nach der anſtrengenden Reiſe ihnen beſonderen Genuß ge⸗ währte, erzählte er unbefangen und unaufgefordert von


