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gezogen hätte. Das Gefühl, als eine Hilfeflehende an der Thür zu klopfen, von der ſie ſchon einmal zurück⸗ geſtoßen war, drohte ſie zu erdrücken. Als eine Verlorene vor ihre Schweſter treten zu müſſen, dieſer zur Laſt zu fallen, mit ſcheelen mißmuthigen Augen von dem ihr fremden Schwager betrachtet zu werden, das Alles hatte etwas Schauerliches für ſie und erfüllte ſie mit banger Trauer.
Unſchlüſſig und innerlich beſorgt um den Ausgang ihres Abenteurs verließ ſie die gemiethete Droſchke, um das Fahrbillet für die Eiſenbahn zu löſen. Sie kam eben noch zur rechter Zeit, da der Zug bald abgehen ſollte. Mit Hilfe eines gefälligen Schaffners ſtieg ſie in ein Coupée, das nur von wenig Perſonen beſetzt war. Ob⸗ gleich es bereits Nacht und der Wagen nur ſchwach be⸗ leuchtet war, zog ſie den Schleier noch dichter und tiefer über ihr Geſicht, um nicht zufällig erkannt zu werden. So verhüllt lehnte ſie ſtumm in einer Ecke ihren trüben Gedanken überlaſſen, neben ſich hatte ſie das mit dem ſwarzen Tuche noch bedeckte Bauer geſtellt, worin der Kanarienvogel Getrud's geborgen war.— Jetzt ſtieß die Lokomotive einen grellen Pfiff aus und die brauſende Maſchine ſetzte ſich in Bewegung; erſt langſam, wie unter einer ſchweren Laſt krachend, dann immer ſchneller und ſchneller gleich einem geſpenſtiſchen Geiſterroſſe dahin⸗


