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wenig war es dieſen ſcharfen Augen entgangen, daß Fer⸗ dinand den Krankenſaal heimlich verlaſſen hatte. Sie fol⸗
gerte mit logiſcher Gewißheit einen natürlichen Zuſam⸗ menhang zwiſchen den beiden Ereigniſſen. Mit dem from⸗ men Vorſatz, Martha zu entlarven und ihr die verdiente Beſchimpfung zu Theil werden zu laſſen, war ſie ihr leiſe nachgeſchlichen und hatte den am Schloſſe der Thüre befindlichen Riegel vorgeſchoben, um ihr die Möglichkeit der unbemerkten Rückkehr abzuſchneiden.
Natürlich hatte die Gute dabei keinen andern Zweck im Auge, als die Ehre der Anſtalt zu wahren und den einzigen Wunſch, die fromme Heerde von einem räudigen Schafe zu befreien, das noch ganz beſonders ihr im Wege ſtand. Mit dem frommen Vorſatz, daß die Schuldige ertappt und auch exemplariſch gezüchtigt werden ſollte, begab ſie ſich ſogleich zu der Oberin, welche ſie aus ihrem Schlafe weckte, um ihr von dem ungeheueren Fre⸗ vel die nöthige Anzeige zu machen.— Dieſe ließ ſogleich den Geiſtlichen rufen, um mit ihm die zu treffenden Maß⸗ regeln für einen ſo außerordentlichen Fall zu berathen.
Darüber war eine geraume Zeit verſtrichen, welche Martha vor der verſchloſſenen Thür zubringen mußte, da ſie nicht anzuklopfen wagte, aus Furcht, ſich zu ver⸗ rathen.


