Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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züge eingebüßt hatte. Er war älter geworden, ſein wüſtes Leben hatte ihm die Friſche und Elaſtizität ſeiner Geſtalt und das dem Schauſpieler unentbehrliche Gedächtniß ge⸗ koſtet; ſein einſt ſo intereſſantes und anſprechendes Geſicht war durch die Spuren des Laſters entſtellt, bleifarben und gedunſen; der üppige Haarwuchs geſchwunden und die ſchwarzen, glänzenden Locken, einſt ſein Stolz und das Entzücken der Damenwelt, ſtarb mit einem verdächtigen Grau vermiſcht. In ſeiner ganzen Erſcheinung gab ſich ſogleich der heruntergekommene Komödiant zu erkennen, auf zehn Schritte ſah man ihm den verdorbenen Künſtler an, den ſelbſt der Direktor einer kleinen Bühne dritten Ranges nicht mehr auftreten läßt, wenn er ſich im ſchäbi⸗ gen Leibrock und mit dem abgeriebenen Hut in der Hand zu einem Gaſtſpiele demüthig meldet.

Dieſes nicht ungewöhnliche Loos theilte Ferdinand ſelbſt mit ſolchen Künſtlern, deren Name einſt in den Analen der Theaterwelt noch weit mehr geglänzt als der ſeinige. Wie bei dieſen, trugen auch bei ihm Liederlich⸗ keit, Ausſchweifung, Selbſtüberſchätzung und Faulheit ganz allein die Schuld eines ſolchen gänzlichen Verfalles. Dennoch hatte er der Bühne, die ihn ſo ſchnöde in der letzten Zeit zurückgeſtoßen, ſtets ſeine alte Anhänglichkeit bewahrt, und der einzige Wunſch, den er noch zu hegen im Stande war, ging darauf hin, noch einmal die Bretter,

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