Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Mit Deiner Figur und Deinem Talent wird es Dir nicht ſchwer fallen ein Engagement zu finden. Ich ſehe ſchon, wie ſich dieſe Schufte von Direktoren um Dich reißen werden. Du wirſt eine prächtige Maria Stuart ſein; man wird Dir glauben, wenn Du ſagſt: ich bin beſſer als mein Ruf. Ich will mit Dir neue Rollen einſtudiren, Clärchen im Egmont, die Gräfin Orſina, Gretchen im Fauſt; den letzten Akt bin ich überzeugt wirſt Du mit einem Ausdruck ſpielen, wie keine zweite Künſtlerin der Welt. Du brauchſt ja nur das zu geben, was Du ſelber erlebt und empfunden haſt. Armes Gretchen!— Elender Fauſt!“—.

„Ferdinand! Wozu dieſe Erinnerungen?“

„Haſt Recht! Ich will nicht mehr daran denken und mich aufraffen. Es lebe die Kunſt, die göttliche Kunſt! An Deiner Seite werde ich wieder einmal die Bretter betreten; ich hätte ſie nie verlaſſen ſollen, aber der Lump von einem Intendanten hat mich fortgeſchickt, weil ich einmal zu viel getrunken hatte, wie der große Ludwig Devrient. Woher ſoll den die Begeiſterung kommen? Die nüchternen, von Ordnung ſtinkenden Geſellen, dieſe ge⸗ ſchniegelten und gebiegelten Hofſchauſpieler mit ihren Penſionen, Alterverſorgungsanſtalten, reinen Oberhem⸗ den und ſauber gebürſteten Leibröcken haben die Kunſt ruinirt. Als noch der verachtete Komödiant von Ort zu