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binden wußte, der nur ſelten ſeine Wirkung zu verfehlen pflegte. Ohne ferner zu widerſtreben folgte ihr Martha in die Küche der Anſtalt, welche in ihrer Art ein kleines Wunderwerk zu nennen war. Auf drei rieſigen Oefen wurden hier die Speiſen für ſämmtliche Kranke und das dienende Perſonal zubereitet. Ein mächtiges Feuer flammte auf jedem Herd, an den Wänden hingen in ſchönſter Ordnung die verſchiedenen Geräthe, Keſſel, Töpfe und Pfannen von blinkendem Kupfer und Meſſing, ſo blank geſcheuert und geputzt, daß man ſich darin ſpiegeln konnte. Es war ein Anblick, bei dem einer Hausfrau das Herz im Buſen lachen mußte. Welche Ordnung und Sauber⸗ keit! Von Schmutz und Ruß war keine Spur zu ſehen, Alles ſtand oder lag an dem ihm zugehörigen Platze. Das friſche Waſſer ſprudelte aus zinnernen Röhren in ein Marmorbaſſin und verbreitete eine angenehme Kühle. Ungeheuere Vorräthe waren in den großen Schränken luftig aufbewahrt und vor dem Verderben geſichert.
Es herrſchte eine geräuſchloſe Thätigkeit von Seiten der hier Beſchäftigten; jeder wußte, was er zu thun hatte, und Keiner ſtand dem Andern im Wege. Nicht ein unnützes Wort wurde geſprochen, kein ſchreiender Befehl ertheilt, und doch ging die Arbeit ſo ſchnell und ſicher von Statten, als wäre ſie von einem geheimen Uhrwerk re⸗ gulirt. Eine ältere Diakoniſſin ſtand als Oberaufſeherin


