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„Du willſſt alſo nicht mehr die Anſtalt verlaſſen?“ fragte die Diakoniſſin.
„Mit Gottes Hilfe nicht; ich bleibe bis an mein Lebensende hier.“
„Auch nicht, wenn ein wackerer Mann um Deine Hand einſt anhält und Dich als ſein angetrautes Weib heimzuführen gedenkt?“
„Ich will von keinem Manne etwas wiſſen,“ ent⸗ gegnete Martha ernſt,„und wenn Du mich lieb haſt, ſo rede mir nie mehr davon.“
Die ſanfte Getrud unterdrückte die Worte, welche ihr auf der Zunge ſchwebten, weil ſie der ſchmerzhafte Ausdruck in Martha's Geſicht belehrte, daß ſie hier ei⸗ nen wunden Punkt in dem Herzen der Freundin berührt hatte.
„Ich wollte Dir nicht weh' thun,“ ſagte ſie.„Gott⸗ lob! ich kenne weder die Männer, noch die Fallſtricke, die ſie, wie ich gehört habe, den argloſen Frauen ſtellen.“
„Der Himmel erhalte Deine Unſchuld,“ entgegnete Martha mit einem Anfluge einer faſt ſpöttiſchen Rüh⸗ rung.„Jetzt aber komm' und zeige mir, was ich zu thun habe.“
„Nach dem Willen unſerer gnädigen Oberin wirſt Du vorläufig Dich mit der Oekonomie des Hauſes be⸗ kannt machen, bevor Du zu der eigentlichen Krankenpflege


