Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Das trauliche Du, womit ſich Martha angeredet ſah, erregte ihr eine angenehme Empfindung und ſie reichte unwillkürlich der neuen Freundin ihre Hand.

Wirſt Du mich auch lieb haben? fragte ſie mit einem Blick voll Zärtlichkeit.

O gewiß, entgegnete die Diakoniſſin innig.Jch werde Dich wie eine Schweſter lieben, die der Himmel mir zugeführt hat.

Wie heißt Du?

Getrud!

Und Du biſt ſchon lange Zeit in Gethſemane? Seit fünf Jahren, wo mich der Heiland erleuch⸗ tet hat.

Leben noch Deine Eltern? haſt Du Geſchwiſter?

Ich habe eine Mutter und zwei Brüder in Weſt⸗ phalen, woher ich bin.

Und empfindeſt Du keine Sehnſucht, die Deinigen wieder einmal zu ſehen?

Ich weiß, daß ſie wohl ſind und der Herr mit ihnen iſt, antwortete die Diakoniſſin, ohne irgend eine beſondere Bewegung zu zeigen.

Hierauf forderte ſie Martha auf, die für ſie bereit liegenden Gewänder der Anſtalt mit ihrer bisherigen Kleidung zu vertauſchen; bereitwillig half ſie ihr beim Anziehen und unterſtützte ſie in jeder Art. Ein kleiner

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