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Ihnen eine Ausnahme machen und Sie in der Anſtalt ſo lange behalten, bis Sie ein anderes Unterkommen finden, oder bis ich mich durch eigene Erfahrung pon Ihrer Brauchbarkeit und Tüchtigkeit überzeugt een werde. Betrachten Sie daher Ihren gegenwärtigen Auf⸗ enthalt als eine Probezeit und machen Sie ſich durch Gehorſam und treue Pflichterfüllung dieſer Nachſicht würdig. Ich werde Sie beobachten und ſtets im Auge be⸗ halten. Vor allen Dingen aber verſprechen Sie mir, kei⸗ nen gewaltſamen Schritt zu thun und die Heftigkeit Ihrer leidenſchaftlichen Natur mit ernſtem Willen zu bekämpfen. Dafür gibt es kein beſſeres Mittel als das Gebet zu unſerm Heiland und Herrn, der uns Geduld und Erge⸗ bung in den Willen des Himmels durch ſein erhabenes Beiſpiel lehrt. Nächſtdem liegt auch in der Arbeit ein mächtiger Schutz vor den böſen Gedanken, welche der Verſucher in uns erweckt. Ich werde dafür Sorge tragen, daß Ihnen eine angemeſſene Beſchäftigung zugewieſen wird.“
Zugleich ergriff die Oberin die ſilberne Glocke, welche auf dem Tiſche vor ihr ſtand; auf ein gegebenes
Zeichen erſchien eine Diakoniſſin, der ſie einige Worte
in's Ohr flüſterte, worauf dieſelbe Martha mit leiſer
Stimme aufforderte ihr zu folgen.
„Gehen Sie, mein liebes Kind!“ fügte die Oberin 48
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