Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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§9 v

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mittelalterliche Anomalie, über dieſes Stück verkörperter Romantik in unſerer materiellen Gegenwart.

Auch das Innere des Hauſes dürfte uns nicht ſo⸗ gleich die gewünſchte Aufklärung geben. Die langen ge⸗ wölbten Gänge mit Strohmatten belegt und ſpiegelblank gebahnt, die vielen Thüren, welche bald nach größeren Sälen, bald nach kleineren Zellen führen, beſtärken uns nun noch in dem Wahn, daß wir vor einem wirklichen Kloſter ſtehen, obgleich derartige fromme Anſtalten hier nicht mehr gefunden werden und ſeit den Zeiten der Re⸗ formation faſt gänzlich aufgehört haben. Zuweilen huſcht auch mit leiſen Schritten an uns eine weibliche Geſtalt vorüber, welche ſchüchtern und mit geſenktem Haupte unſern Gruß leiſe erwiedert. Ihre Kleidung be⸗ ſteht in einem dunkelbrannen Gewande von gewöhnlichem groben Wollenſtoff, in einer weißen Haube, Buſentuch und Schürze, die an Reinlichkeit den friſch gefallenen Schnee noch übertreffen. Wir vermiſſen nur noch den Schleier und das Skapulier, um ſie für eine Nonne zu halten, der ſie ſonſt im Weſen und ihrer ganzen Erſchei⸗ nung auffallend ähnlich ſieht.

Erkundigen wir uns näher nach dem Bewandniß des ſeltſamen Gebäudes und ſeiner räthſelhaften Bewoh⸗ ner, ſo erfahren wir, daß wir uns in der neuen Kranken⸗ anſtalt Gethſemane befinden, und daß die vermeintlichen

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