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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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Ich komme, ſagte nach einer kurzen Pauſe der Präſident,um einer Pflicht mich zu entledigen.

Seine Majeſtät, unterbrach ihn der Geheim⸗ rath raſch,haben auf Ihre Empfehlung mein Pa⸗ tent unterzeichnet, und Sie ſelber wollen der Ueber⸗ bringer dieſer freudigen Botſchaft ſein? Sie über⸗ häufen und beſchämen mich mit Ihrer Güte.

Statt dieſe Hoffnung zu beſtätigen, ſchwieg der Vorgeſetzte, von einem menſchlich ſchmerzlichen Ge⸗ fühl ergriffen. Es that ihm ſichtbar weh, die von ihm ſelber angeregten Ausſichten mit einem Worte zu vernichten. Erſt jetzt ſtieg in der Seele des Ge⸗ heimraths eine furchtbare Ahnung auf; ein unwill⸗ kürlicher Schauer faßte ſeine Glieder. Das ſtrenge Geſicht des Präſidenten benahm ihm auch die letzte Täuſchung. Dieſer fuhr nach einiger Zeit in einem amtsmäßigen Tone fort, der jedoch nicht gänzlich die tiefſte Theilnahme verbergen konnte. Ich habe vonſeiten des Vormundſchaftsgerichts einen Bericht erhalten, der die Ihnen anvertrauten Mündelgelder betrifft. Nicht nur ein bloßes Gerücht, ſondern vielfache Beweiſe, daß Ihre Vermögensver⸗ hältniſſe in Unordnung gerathen ſind, haben in letz⸗ ter Zeit Befürchtungen bei der betreffenden Behörde erregt. Es iſt zu unſeren Ohren gekommen, daß

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