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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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änderung bekannt. Friedrich hatte die Bekanntſchaft eines jungen Mädchens gemacht, welches dieſen gün⸗ ſtigen Einfluß auf ihn ausübte. Roſalie war die Tochter einer Subalternenwitwe und ernährte ſich und ihre Mutter von ihrer Händearbeit. Das war freilich nicht die reiche Schwiegertochter, wie ſie ſich der Geheimrath wünſchte; deßhalb weigerte er ſich auch entſchieden, ſeine Einwilligung zu einer Verbin⸗ dung ſeines Sohnes mit der ‚Nätherin zu geben, als dieſer ſeinen Segen forderte. Das Maß war voll; da Friedrich ſeine Liebe nicht aufopfern wollte, und das Mädchen gegen den Willen ſeiner Eltern zum Altare führte, ſo wurde er für immer aus dem Hauſe geſtoßen und der Geheimrath zog ſeine Hand gänzlich von ihm ab. Ohne Geld und ohne Anſtellung hätte er mit ſeiner Frau verkommen müſſen, wäre dieſe nicht ſo tüchtig geweſen. Sie arbeitete nur noch un⸗ ermüdlicher als zuvor und erhielt das kleine Haus⸗ weſen lediglich durch ihren Fleiß; aber die übertrie⸗ bene Anſtrengung drohte ſie aufzureiben und ihre Geſundheit begann ſichtlich zu leiden. Friedrich, der ſeine Frau von ganzer Seele liebte, dachte jetzt ernſtlich einen Beruf zu wählen, um ſich und die Seinigen zu ernähren. Die Beamtenkarriére war ihm zuwider, auch hatte er vor Jahr und Tag keine