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undzwanzig bis vierundzwanzig Jahren im einfachen Hauskleide ſtand vor ihm. Das nicht ſchöne, aber ſanfte Geſicht ließ auf innere Herzensgüte ſchließen, gepaart mit einer muthvollen Energie. Eine gewiſſe Aehnlichkeit war zwiſchen beiden leicht herauszufinden und deutete auf ein nahes verwandtſchaftliches Ver⸗ hältniß hin. Sie war die älteſte Tochter des Ge⸗ heimraths, Namens Martha, und der junge Mann ihr Bruder Friedrich. Es war eine lange Zeit ſchon vergangen, ſeitdem ſich die Geſchwiſter geſehen hatten; dieß durfte nur in Abweſenheit des Vaters und heimlich geſchehen, da dieſer aus mannigfachen Grün⸗ den dem Sohne ſein Haus verboten und jede Ver⸗ bindung mit ihm abgebrochen hatte. Friedrich war dem Geheimrath ein Dorn im Auge, weil er nach deſſen Meinung der ganzen Familie nur Schande machte, obgleich man ihm eine wirklich ſtraffällige Handlung nicht nachweiſen konnte. Er ſollte ſtudi⸗ ren, die große Karriére einſchlagen und einſt wo mög⸗ lich eine reiche Partie ſchließen. All dieſe Wünſche, Ausſichten und Hoffnungen gingen jedoch nicht in Erfüllung. Der Sohn hatte die Univerſität beſucht
und ſeine erſte Staatsprüfung ehrenvoll beſtanden; 3 bei den Verbindungen des Geheimraths konnte ihm nach einigen Jahren eine vortheilhafte Anſtellung


