Erſtes Kapitel.
Wir befinden uns in einem neuen Theile der Hauptſtadt, welcher vorzugsweiſe mit dem Namen„das Geheimrathviertel“ halb im Ernſt, halb im Scherz belegt wird. Die Häuſer ſehen einander meiſt ähnlich, große ſtattliche Gebäude mit hellen Fenſterſcheiben, vor denen Blumentöpfe ſtehen. Die Straßen ſind ſtill ohne Geräuſch; nur zuweilen hört man durch die halbgeöffneten Fenſter den Ton eines Klaviers und erhaſcht die Bruchſtücke eines beliebten Salonſtückes oder eines Schubert'ſchen Liedes. Dann und wann begegnet man einem Manne in ſchwarzem Leibrock mit weißer Binde, der mit abgemeſſenen Schritten und im vollſten Bewußtſein ſeiner Würde an uns vorüberſchreitet. Man ſieht ihm ſchon von weitem
an, daß er auf ſeinen Schultern die Laſt des Staates Der Geheimrath. 1


