289 Das ſeltſam ſcheue Sehnen?— Ach— die Liebe, Die Allbeglückende, hielt ihn umfangen.— Doch plötzlich— ach! wer kann die Qualen
ſchildern,
Die ihm im wunden Herzen ſchmerzlich toben— Verſinkt das Bild, der Zauberſchein erliſcht, Die Nacht ſpannt wieder ihre Flügel aus. Wo blieb das holde Bild?— Wo kam es her?— Kannſt dieſes Räthſel, kannſt Du jenes
löſen?— Blind iſt der arme Knabe wieder worden.—
Und was er früher nimmer fühlen konnte, Das fühlt er jetzt— denn einſt hat er geſehn.
O hätt' er Blumen— doch auch dieſe welkten.—
Ein feucht Gewölb, ſtatt Himmels⸗Lichtazur—
Statt bunten Frühlingsſchmelzes, gift'ge Pilze—
Statt milder Sternenpracht, die ekeln Spinnen,
Die am Gewölbe hundert Füße regen—
Statt Wellenſpiels, die naſſe Ausdünſtung,
Die von den Wänden ſtromweiſ' niederfließet— II. Theil. N


