—
VI den, nnd die Sammlung der herausgegebenen iſt außer Spanien ſelten anzutreffen. Vermuth⸗ lich iſt Vieles fälſchlich auf ſeinen Nahmen ge⸗ ſchoben worden, ein Mißbrauch, über den ſich auch Calderon beklagte. Es iſt nicht bekannt, ob Lope ſelbſt irgendwo ein Verzeichniß der wirklich von ihm herrührenden Stücke giebt; am Ende hatte er ſelbſt wohl ſchon viele davon vergeſſen. Man rechnet, daß Lope jeden Tag im Durchſchnitte habe fünf Bogen ſchreiben müſ⸗ ſen, um alles das zu dichten, was ihm zuge⸗ ſchrieben wird. In einigen ſeiner Stücke, beſon⸗ ders in den hiſtoriſchen, die ſich auf alte Ro⸗ manzen und Sagen gründen, z. B. der König Wamba, die Jugendſtreiche des Bernardo de Carpio, die Zinnen von Toro, u. ſ. w. herrſcht eine gewiſſe Rohheit der Darſtellung⸗ die aber gar nicht ohne Charakter iſt, und abſichtlich für die Gegenſtände gewählt zu ſeyn ſcheint; in an⸗ dern, welche Sitten der damahligen Zeit ſchildern, z. B. die muntere Toledanerinn, die ſchöne Häßli⸗ che, zeigt ſich ſchon ein ſehr gebildeter, geſelliger Ton.
—— 2


