ſten, ſind auf die verfehlte Nachahmung der Alten gefallen, und die Deutſchen ſind nach und nach— wie es die Mode wollte— bald antik, bald engliſch, bald ſpaniſch geweſen, ja ſelbſt in unſeren großen Meiſterwerken treffen wir die⸗ ſe Miſchung, und wir können die fremdartigen Beſtandtheile leicht herausfinden. Sind unſere Dichter echt deutſch, ſo vernachlaͤfſigen oder ver⸗ achten ſie die Regeln des Zwanges, die ihnen das Theater auferlegt, und ſo ſehen wir uns ge⸗ nöthigt, zum Fremden immerfort unſere Zu⸗ flucht zu nehmen, wozu unſere herrliche Spra⸗ che, die trotz ihrer Eigenthümlichkeit ſo leicht ſich jeder Form anſchmiegt, ſich oft bequemen muß.—
So fing Schlegel an, ſo folgte Gries, ſo folgten von der Malsburg und Andere, und auf eine ganz andere Weiſe Herr Weſt in Wien. Zwei Meiſterſtücke verdanken wir dieſem ein⸗ ſichtsvollen Gelehrten, die durch ſeine ſinnreiche Bearbeitung alle Repertorien zieren, indeß die nicht minder meiſterhaften bloßen Ueberſetzun⸗ gen unmöglich aufzufuhren ſind. Das Leben ein


