18
Von Neuem uns mit holdem Glanz umfließen. Denn nicht, um traurig nur dahinzuwelken In trüben Kummers dunkler Grabesnacht, Erblühte uns die ſüße Himmelsblume In unſrer Herzen tiefſtem Heiligthume. O glaub' mir, der ſo weit ſie keimen ließ, Wird ihr auch ferneres Gedeihen ſchenken. D'rum nicht verzagt, denn treue Liebe währet So unvergänglich, Bertha, wie die Sonne. Bertha.
Verzeihe mir die Angſt und meine Zweifel— Ich bin ein ſchwaches Reis nur, lieber Benno, Das von dem Hauch, dem leiſeſten, bewegt, Erzittert, ſchwankt und wohl gar leicht auch
bricht— Doch Du, Du biſt ein ſtarker Mann, Du gleichſt Der Eiche, die dem Sturme muthig trotzt. Bin ich bei Dir, mein Benno, ſo vergeſſe Ich leicht den Kummer, der im Innern nagt, Wenn drinnen ich bei'm Vater weilen muß. Und ſo lebt auch in mir der feſte Glaube, Daß, wären wir beiſammen immer nur, Ein ſtilles Glück uns bald erblühen würde, Wenn auch Gefahr und Sorge uns umgäbe. Benno.
Du thuſt Dir ſelber Unrecht, liebe Bertha,
Wenn Du dem ſchwachen Neiſe Dich vergleichſt—


