13 Zeit zur alten naturgemaͤßen Art der Landesbewehrung zuruͤckging. Aber bei allen Maͤngeln und Miß⸗ braͤuchen waren im ſechzehnten Jahrhunderte in der Fremde geworbene Soͤldner noch immer ein zuver⸗ laͤſſigerer Schutz der Staaten, als die hochadlige, in blankem Stahl und mit hohen Buͤſchen, goldenen Ketten und Sporen prunkende. Ritterſchaft. Sie wurde ungehorſam, trotzig, wenn man ſie vom Tum⸗ melplatze ihrer im Leben untergegangenen Romantik in die durchaus veraͤnderte Wirklichkeit fuͤhrte. Auch wollte ſie nicht gerne zu Fuß fechten, wie bei Sem⸗ pach und Nancy, und wollten„ihr edles Blut nicht gegen die harten Bauern wagen.“ Die Feigheit des Adels bezuͤchtigt der ſtaͤdtiſche Patrizier, Willibald Pirkheimer als die Urſache des ſchimpflichen Aus⸗ gangs, welchen der große Schweizerkrieg Kaiſer Maximilians nahm. Wir duͤrfen uns um ſo weniger wundern, daß die Anwendung des Schießgewehrs den Kriegsmuth des Adels in Verruf brachte, wenn wir ſchon drei Jahrhunderte fruͤher den Bannſtrahl der Kirche gegen den Gebrauch einer Waffe geſchleu⸗ dert finden, die, ſo armſelig und kindiſch ſie gegen die Muskete erſcheint, dennoch den Vorzug perſoͤn⸗ licher Tapferkeit aufhob und deshalb als unedel und gottlos unter den chriſtlichen Streitern verboten wurde. Als die Armbruſt in Brauch kam, donnerte naͤmlich dagegen Papſt Innocenz II. auf dem zweiten lateraniſchen Konzil 1139. Spaͤter befreundete ſich die Ritterſchaft mit der handlichen Waffe, welche außer
Druckschrift
Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


