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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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herum gefuͤhrt. Das deutſche Ritterthum ging zu Grabe; es konnte ſich des neuen Prinzips nicht er⸗ wehren.

Wie nun einmal der ſinnreiche Kaiſer die Form gefunden, unter welcher die Tuͤchtigkeit der reichs⸗

treuen Staͤdter und Landbewohner ſich kriegeriſch be⸗

waͤhren konnte, und wie die erſten Siegesfruͤchte in

den Niederlanden und Italien die Brauchbarkeit des

neuen Standes erprobt hatten, iſt es kein Wunder, daß bei den ewig ſich neugebaͤhrenden Kriegen, welche die Herzlaͤnder Europa's erſchuͤtterten, unzaͤhlbare Schwaͤrme deutſchen Fußvolks uͤber alle Graͤnzen Deutſchlands ausgegoſſen wurden. Es erſchien eine Glanzperiode deutſchen Waffenruhms, wie ſie kaum

wiederkehrte; der verſtaͤndige Adel beugte ſich den

Forderungen einer neuen Zeit und verlieh dem zu⸗ ſammengetrommelten Volke Ordnung und Zier; Edel⸗ leute draͤngten ſich in die Faͤhnlein der Lands⸗

knechte und ſtritten in ihrem guten Harniſch mit

dem Spieß in den erſten Reihen. Indem bald ſtaͤdtiſche Hauptleute mit den Rittern in Aufrichtung der Faͤhnlein wetteiferten und das deutſche Fußvolk immer mehr zu Ehren kam, ward jene Unuͤberwind⸗ lichkeit der Landsknechte vorbereitet. Jemehr die üͤbrigen uneinigen Fuͤrſten Europa's die Nothwendig⸗ keit des Fußvolks erkannten, aber unter ihren Unter⸗ thanen die Kluft zwiſchen waffenberechtigtem Adel und zahmer Buͤrger⸗ und Bauerſchaft noch befeſtigt fanden, deſto geſuchter waren die deutſchen Lands⸗