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Ungeachtet man blos die Armuth ſieht, zeigt ſie ſich hier dennoch in majeſtätiſcher Größe.
Iſt die Luft angenehm und mild, ſo kann es nichts Lieblicheres geben, als eine Luſtfahrt an dieſer Küſte entlang.
Man hat zwar faſt nichts anderes als nackte Berge zu betrachten, aber wie dieß auch iſt, ſo befindet man ſich ſo wohl unter ihnen.
Entdeckt man dann dort einen Baumwipfel, der aus ſeiner Kluft gleichſam auf die See hinauszuſchauen wagt, oder einen grünenden Fleck, welchen die ſalzige Woge noch nicht verſengt hat, oder das Dach eines Hauſes, oder die Spitze eines eutlegenen Kirchthurms, ſo hat man ein ſo behagliches Gefühl, und es iſt als hätte man einen Baum, einen grünen Raſen, ein Dach, einen Kirch⸗ thurm früher noch nie ſo ſehr geliebt wie jetzt.
Man waidet ſich daran wie ein Ausgehungerter an einem Stück Brod, oder wie der Bettler an einer Kupfer⸗ münze.
Aber wenn das unfruchtbare Gemälde dem Reiſen⸗ den einen ſolchen Anblick darbietet, wie ganz anders zeichnen ſich gleichwohl nicht viele von dieſen Bergmaſſen, wenn man bei ihnen ans Land ſteigt und in die kleinen Thalgänge hinabtritt, die ſich innerhalb der Bergrände der Ufer bilden.
Die Sagen erzählen von verzauberten Bergen, welche ſich in der Vorzeit vor dem einen oder andern glücklichen Sterblichen geöffnet, Reichthümer und para⸗ dieſiſche Pracht gezeigt und das Auge verblendet haben.
Etwas Aehnliches findet ſich auch hier vor.
In der Nähe von Marſtrand, nur mit einem kleinen ſchmalen Sund dazwiſchen liegt die Kuhinſel.
Man kann vom Fahrwaſſer aus keine garſtigere, ödere, kahlere Klippeninſel entdecken; aber ſteigt man da ans Land, wie manche ſchöne und herrliche Plätzchen finden ſich da nicht vor.


