Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Dreiundzwanzigſtes Kapitel. Schickſal des von Hans geſtohlenen Geldes.

Maja hatte ein großes Feuer angezündet, einen Stuhl und einen Tiſch davor gerückt und ſich bei der Flamme niedergelaſſen.

Auf dem Tiſch ſtand eine mehr als zur Hälfte ge⸗ leerte Branntweinflaſche. Aber in ihrem betrunkenen Zu⸗ ſtand hatte ſie auch das dem Poſtillon geſtohlene Geld hervorgeholt, um ſich an ſeinem Anblick zu erlaben.

Sie ſoff und freute ſich.

Die Flamme praſſelte ſo freundlich. Sie beleuchtete die ärmliche Stube und gab den zerbrochenen und zer⸗ lumpten Gegenſtänden darin ein beinahe abenteuerliches Ausſehen.

Maja hatte noch einmal... vielleicht zum hunder⸗ ten Mal das Geld überzählt; aber es waltete eine große Unſicherheit in ihrer Rechenkunſt vor, denn ſo oft ſie zählte und zählte, ſo bekam ſte niemals die gleiche Summe heraus. Bald fehlte es an den Schillingen, bald an den Reichsthalern, und dieſe ewigen Verzäh⸗ lungen bennruhigten ſie unaufhörlich und erweckten in ihr den Argwohn, daß ſie beſtohlen worden ſei.

Sie hatte die Thüre von innen mit einem Haken verſchloſſen. So oft es jedoch von außen ans Zimmer pochte, ſprang ſie erſchrocken auf und verbarg das Geld.

Die Lebhaftigkeit ihrer Geberden, die funkelnden Blicke, das Zittern, das durch ihre Glieder eilte, wie auch ihr unklares Gemurmel, Alles bewies, daß ſie be⸗ reits betrunken war.