Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

e--

NKj R

A

*

rechten Zeit, um ſeinen ſehr ſchwankenden Herrn zu em⸗ pfangen und fortzuführen.

Von dieſem Augenblick an war es Vincenz nicht mehr wohl zu Hauſe. Er wollte hinaus, hinaus in die freie, milde Natur.

Wohin? fragte ihn Cazal.

Nach dem Veſuv, war ſeine kurze Antwort.

Er hatte dieſe bodenloſen, tiefen Flammen, dieſes aufrühreriſche Feuermeer noch nie näher betrachtet. Jetzt wollte er das thun: ſein Geiſt wollte ſich in einem Ab⸗ grund ſpiegeln.

Cazal traf die Anordnungen zur Reiſe. Sie be⸗ gaben ſich zu Wagen nach Reſtna. Dort nahmen ſie Maulthiere und begannen auf dieſe Art den Berg hinaufzuſteigen in Begleitung von Fackelträgern.

Der Weg ging durch eine endloſe Kette prachtvoller Gärten, geſchmückt mit Pappeln, Maulbeer⸗ und Feigen⸗ bäumen, zwiſchen denen geſchmeidige, mit reichen Früch⸗ ten prangende Weinranken in natürlichen Gewinden ſich hinſchlängelten, indem ſie bald ſtille und kühle Grotten, bald feſtliche hohe Halbbogen bildeten.

Nach kurzer Zeit erreichten ſie die Region der Zer⸗ ſtörungen vom letzten Ausbruche her. Die Vegetation hörte auf. Die Lavablöcke zeigten ſich. Die Erde war warme Aſche. Wenn man in dieſes Reich eintritt, über⸗ ſchreitet man die Grenzen der lebendigen Natur. Welches Gemälde jedoch! In dem ſchwarzen Nebel, der ſich aus dem Krater erhebt, glaubt man die Nacht zu ſehen, die ihren Thron beſteigt, an deſſen Fuß bei der Küſte von Poſilippo man die entthronte Sonne mit einem beinahe erſterbenden Strahlenglanz glühen ſieht. Das Gemälde rief bei Vincenz Staunen hervor, aber er hatte nicht ein einziges Wort dafür.

Endlich ſtand er am Krater ſelbſt.

Ein ſchrecklicher Vulkan, ſagt Dupaty, der ſchon ſeit ſo vielen Jahrhunderten brennt, der ſo manche Städte verſchüttet, ſo manche Bevölkerung vernichtet hat und