Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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können, als bereits die Saalthüre aufgeſtoßen wurde und eine Menge unbekannter Burſche hereinſtürzten, die ſich unter einander zankten und herumpufften.

Was ſoll das bedeuten? Hinaus mit euch!

Hinaus! riefen die Hochzeitgäſte.

In Folge dieſer unzweideutigen Befehle beruhigten ſich die Streitenden ein wenig, und man bereitete ſich vor, auf Erklärungen einzugehen.

Ddie Sache verhielt ſich folgendermaßen:

Das Volk hatte die Anweſenheit der Polizeidiener erſt dann bemerkt, als dieſe, um durch die dichtgedrängte Menge hindurchzukommen, genöthigt waren, ihre Ko⸗ karden auf ihre Mützen zu ſtecken. Püffe, Scheltworte, Fauſtſchläge und Lärm waren die unmittelbaren Folgen davon. Die Polizei glaubt ſich im Allgemeinen ver⸗ pflichtet, ſich ſelbſt in die unſchuldigſten Vergnügungen des Volkes als Zuchtmeiſter einzumiſchen. Das Volk erblickt dagegen in der Polizei nichts Anderes, als widerliche Straßentyrannen. Ueberall, wo Polizei und Volk auf einander ſtoßen, entſtehen daraus Unordnungen und Schlägereien. Wer iſt der Schuldige? Die Polizei⸗ protokolle ſagen: das Volk; die Moral dagegen ſagt oft: die Polizei. Während des Lärms auf der Straße hatte einer von den Polizeidienern, um Reſpekt einzuflößen, geſagt, es müſſe Jemand im Hauſe verhaftet werden, und da ein Wort das andere gab, ſo wußte man auch bald, auf wen es abgeſehen war.

Das Volk erblickt in jedem Polizeidiener eine le⸗ bendige legaliſirte Ungerechtigkeit. Die Polizei hat dieſe Meinung ſelbſt gegen ſich hervorgerufen. Sobald ſie daher Jemand verhaften will, ſo ſtellen ſich die Sym⸗ pathien der Maſſe inſtinktmäßig auf Seiten des Ver⸗ hafteten. Dieß geſchah auch jetzt. Den Polizeidienern gelang es nichtsdeſtoweniger, in das Hochzeithaus zu ommen, aber die Entſchloſſenſten unter dem Volk dran⸗ gen ihnen nach, und dabei zeichnete ſich ganz beſonders ein grobgliederiger hochgewachſener Burſche aus, der ſo

Der Trabant. IV. 2