Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

45⁵

Forſter drohte ihr ſchalkhaft mit dem Finger.

In dieſem Augenblick wurde einer der Marſchälle in die Hausflur gerufen, und als er bald darauf zurück⸗ kam, zeigte er ſich bleich und erſchrocken. 1

Die Anweſenden bemerkten ein darauf erfolgendes lebhaftes Geſpräch zwiſchen den beiden Marſchällen, und da man es für ausgemacht hielt, daß etwas Unan⸗ genehmes vorgefallen ſei, ſo ſammelte man ſich aus Neugierde und Theilnahme um ſie her. Je mehr Leute dazu kamen, um ſo größer wurde die Verwirrung. Bald ſchien ſie die ganze Geſellſchaft ergriffen zu haben.

Der Lärm und das Gemurmel auf der Straße nahmen beinahe in gleichem Maaße wie der Schreck unter den Gäſten zu..

Noch ſtanden Forſter und Marie beiſammen und flüſterten mit einander von ſolchen Kleinigkeiten, die für ein neuvermähltes Paar ſo intereſſant und lieblich ſind, für alle Andern aber gar keinen Werth haben. Die erſte Stunde nach der Trauung iſt der Ehe ſchönſter Morgentraum. Was man da vom Leben ſieht, iſt ſo einnehmend; es iſt ein kleines Paradies, das mit ſeiner Seligkeit aus dem zitternden Morgennebel auf⸗ taucht. Selbſt die Armuth blickt dann roſenroth in ihre Zukunft. Die Liebe iſt eine Fee mit dem Zauberſtab, die ſelbſt aus dem kahlſten Herzfelſen etwas Wunder⸗ bares hervorlockt. Was muß dieſe Stunde nicht für den Reichen ſein, der ſchon zum Voraus Alles beſitzt, und dem jetzt auch noch die Freude der Liebe zuge⸗ ſichert wird! 84 8 Alm's Blick ruhte unverwandt auf ihnen. Er ſchien nicht eine einzige dieſer Regungen verlieren zu wollen, die auf ihren Geſichtern ſo lebhaft ausdrückten, was ſie in ihren Herzen empfanden.

Aber der Lärm coneentrirte ſich immer mehr in einigen beſtimmten Worten, und Forſter ſowohl als die Uebrigen hörten jetzt deutlich, wie man rief: