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ruhiger und doch noch immer wie vorher: ich brenne, aber ich brenne ruhig. Wäre er hier, ſo würde ich ihm viel⸗ leicht Lebewohl ſagen können; aber er iſt fort und ich kann ihn nicht verrathen. Mein Beſchluß iſt auch ge⸗ faßt. Ich werde getreu meine Pflicht gegen ihn erfüllen, ſo wie mein Herz ſie mir vorſchreibt. Gelingt es mir, ihn hieher zurückzubekommen, ſo wird mein Schickſal durch den erſten Blick, der mich aus ſeinem Auge trifft, entſchieden werden. Dieſer Blick wird mir ſagen, was ich zu thun habe. Leſe ich darin dieſelbe Sprache wie früher, o Bengt... was ſoll ich Dir ſagen... ich bin die Seinige... der Himmel ſelbſt wird nicht tadeln können, was ſeine Liebe vereinigt hat. Finde ich dagegen etwas Anderes in ſeinem Blick, ſo werde ich den Hof ver⸗ laſſen, werde ihn verlaſſen und mir einen ſtillen Winkel ſuchen, wo ich ſtill für ihn beten und ebenſo ſtill ſter⸗ ben kann.
Bengt hatte nicht das Herz, einige Erinnerungen gegen ſie zu machen; ſtatt deſſen ſchlang er ſeinen Arm um ihren Leib, während ein theilnehmender Seufzer ſeine Bruſt hob. Beide verſanken in ſich ſelbſt, von einem gemeinſamen Gedanken eingenommen, dem Ge⸗ danken an ihre gegenwärtige, minder glückliche Lage.
Es verging ein Augenblick voll von ſtillem innern Frieden. Das Herz iſt manchmal dermaßen von einer lieblichen Wehmuth in Anſpruch genommen, daß ſelbſt der Gedanke gleichſam ſeine Schwingen in Ruhe ſetzt, um es in ſeiner melancholiſch friedlichen Schwärmerei nicht zu ſtören.
Lange währte jedoch dieſer ſtille nachdenkliche Sab⸗ bathaugenblick ihrer Herzen nicht.
Ein Bedienter meldete den Herzog an.
Bei dieſer Nachricht fuhren die beiden Geſchwiſte erſchrocken auf. Es war ihnen, als nahe ſich eine dro⸗
hende Gefahr, als ſei ihnen ein Sturm verkündigt worden.


