meiner Laufbahn getäuſcht habe... Nicht für den Hof,
ſondern für das Land hat die Natur mich geſchaffen.
Aber was willſt Du, das Alles iſt nur ein ſchöner Traum, den ich nicht zu verwirklichen im Stande bin. Wie viel Gutes geht gleichwohl nicht für uns verloren, weil wir unſere Träume nicht verwirklichen können!
— Du biſt des Hofes überdrüſſig geworden?
— Ja, Bengt, oder vielmehr ich bin der beſtändi⸗ gen Intriguen des CEhrgeizes, die hier geſpielt werden, uͤberdrüſſig. Manchmal entſetze ich mich ſogar vor meiner Stellung mitten unter denſelben, und ich wäͤre froh, alle Bande zerreißen und arm und allein mich weit hinweg von ihnen entfernen zu können. Aber wo ſollte ich einen Platz finden, an dem ich mich vor der ganzen Welt verbergen könnte? Einmal in's Gewimmel der Welt hinausgekommen, wird man überall von ihr aufgeſucht. Mitunter iſt es mir, wie wenn ich nicht einmal in meinem eigenen Herzen Frieden beſäße.
— Du weißt, Schweſter, daß ich Dein Benehmen nicht immer gebilligt, ſondern Dich beklagt und mich ſtill zurückgezogen habe, gebunden durch das Verſprechen, das Du mir einmal abforderteſt; aber jetzt, wo Du ſelbſt Dein Inneres vor mir öffneſt, will ich Dich um etwas bitten.. zerreiße alle Bande mit Armfelt.
Bengt's Vorſtellung kam ebenſo offen als unerwartet, und machte dadurch einen deſto tieferen Eindruck. Fräu⸗ lein Rudenſköld ſenkte ihre Augen und blieb eine Weile ſtill, als beſänne ſie ſich. Bengt wollte ſie nicht ſtören.
— Wenn Du Jemand liebteſt, Bengt, fragte ſie endlich, ſage mir, würdeſt Du den Freund in dem Augenblick verlaſſen, wo er verfolgt, des Landes ver⸗ wieſen, gehaßt... mit einem Wort, unglücklich wäre?
Bengt ſchwieg.
— Der Menſch iſt frei, ſagt man; aber iſt er es auch wirklich? Iſt er es in ſeinen Gedanken? iſt er es in ſeinen Handlungen? Der Gedanke iſt ſein Herr, die Ereigniſſe ſind ſeine Tyrannen. Ich kann mich nicht


