Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Zufriedenheit lagen auch auf dem Angeſicht und in dem ganzen Weſen des Kandidaten Stirnbrand zu Tage, als er erſt einige Wochen in den erſehnten Beruf eingetreten war, und ſich darin heimiſch gemacht hatte. Dieſer Friede ſprach mit be⸗ redter Kraft aus der ſchlichten ſchmuckloſen Darſtellung ſeiner eigenen Lebensverhältniſſe, die er am Tage ſeiner Inveſtitur vor Antritt ſeines Amtes, von den Stufen des Altars aus, der begierig horchenden Gemeinde vor Augen gelegt hatte. Dieſes Gefühl von Dank und Begeiſterung, womit er die wunderbare Gnade Gottes pries, die in ſeinem Leben gewaltet und ihn von dem armen Findelkinde, das einſt ein mitleidiger Mann dem gefährlichen Schlummer am Leinpfade eines tiefen Stroms entriß, durch die mannigfaltigſten Schickſale hinan⸗ geführt hatte bis zu der Kanzel, von welcher herab er ſo beredt und begeiſtert den Reichthum der Liebe und Erbarmung ver⸗ kündigen durfte, womit ſich der Lenker aller Menſchengeſchicke ſo ſichtbar an ihm bezeugt hatte,— dieſes Gefühl ſchlug zün⸗ dend in die Herzen ſeiner Zuhörer und gewann ihm in vielen Herzen ein Vertrauen, das ihm ihre Achtung unwandelbar ſicherte. Selbſt die Offiziere des Bewachungskommando's, ſonſt lauter junge Freidenker, konnten ſich nicht verhehlen, von dem ſelbſtgeſchilderten Lebenslaufe und noch mehr von der Predigt Stirnbrand's ſo tief angeregt worden zu ſein, daß ſie es ihm vergaben, wenn er vorerſt die Abendgeſellſchaft bei Bier und Taback mied, welche alle Beamte der Frohnveſte zu fixer Stunde und in unwandelbarem Lokale verſammelte. Sie fühlten, daß er ein beſonderer, ausgezeichneter und ſelten begabter Menſch ſei, eben weil er kein Sonderling war, ſon⸗ dern in Allem eine Offenheit und Natürlichkeit zeigte, die ſo ganz und gar auf alles Hervorkehren günſtiger Eigenſchaften

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