Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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treten?“ Er glaubte eine Bettlerin vor ſich zu haben, ſprang vom Schemel auf und wollte auf ſie zu treten, um ſie hinaus⸗ zuweiſen. Das Weib aber drehte ſich nach ihm um, Beider Blicke begegneten ſich und Dolffs prallte unwillkürlich mit einem Schrei des Entſetzens zurück.

„Charlotte!.... was wollt Ihr hier? wo kommt Ihr her?“ ſtammelte er.

„Vergebt mir, Meiſter Dolffs!“ verſetzte ſanft die Fremde, in welcher unſere Leſer bereits die Frau Wilibald Franzen's erkannt haben werden; nich komme aus den Niederlanden und möchte gerne noch einmal das Häuschen ſehen, worin.... wir unſern.... unglücklichen Hausſtand begonnen haben. Ich konnte mir's nicht verſagen, obſchon der Anblick keine ange⸗ nehmen Erinnerungen weckt. Und da unſer Häuschen nun ein Krug iſt, ſo dacht' ich, man dürfe hier ungefragt ein⸗ treten!“

„Und was wollt Ihr hier?“

„Jenun, noch ein einzig Mal durch das Häuschen wan⸗ deln, wo ich einſt mit meinem Manne gewohnt und mit.... mit meinem armen Kind. Noch einmal unter dieſem Dache ſchlafen und in der Stube, wo ſeine Wiege geſtanden!“ Damit trat ſie gegen die Thüre der kleinen Nebenſtube, aber Dolffs ſprang ihr wie aberwitzig in den Weg.

„Zurück, Weib!“ rief er drohend und ballte die Fäuſte; da drinnen liegt meine Frau im Kindsbett mit dem Kleinen!“

„Nun, nun! dann laßt mich nur hineinblicken, Meiſter Dolffs! Ich ſtehle ja keine Kinder, ich laſſe mir nur die mei⸗ nigen ſtehlen!“

Dolffs bebte ſichtbar zuſammen.—„Ihr dürft nicht hinein, Frau Franzen! Zurück, ſag' ich, oder ich erwürge Euch,