Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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und er diente der armen Frau, welche hier aus dem Fenſter eines kleinen Gärtnerhäuschens mit ſchmerzdurchwühltem Ge⸗ müthe beklommen lauſchend in die Nacht hinaus ſpähte, ge⸗ wiſſermaßen zum Leuchtthurm.

Armes Weib! man hätte Dein Herz beinahe pochen hören können an den Eichenſims des Fenſters, woran ſich Deine Bruſt lehnte. Deine Augen brannten wie Feuer vom feuchten beizenden Nebel, Dein Bett ſtand ſo nahe, und der kleine Knabe im Korbe daneben ſchlief ſo ſanft, ſo engelſüß, daß es wundern muß, wie Du ſolcher Einladung widerſtehen mochteſt! O wer ſchilderte mit treuen Zügen, was in der Seele dieſes Weibes aus dem Volke vorging! Wer malte greifbar genug

das Elend aus, das Du in fünf langen Jahren erduldet! Die Seelenpein, die Dich zwang, nach mehreren durchwachten Nächten noch hier am offenen Fenſter zu warten, und mit Auf⸗ bietung aller geiſtigen und leiblichen Kraft in die Nacht hin⸗ auszuhorchen und die feuchte Moorluft zu trinken! Arme Charlotte! Niemand vermöchte das! Niemand kümmerte ſich um Dich, Niemand ſah Deine Leiden als Einer, Der droben, welchem auch das Verborgene klar iſt wie der Mittag, und der in unſers Herzens tiefſte Falten ſchaut!

Charlotte war die Gattin des Gärtners Wilibald Franzen, dem das kleine Häuschen und die Hufe Landes gehörte, mit deren Ertrag er ſich und die Seinigen ſeither ge⸗ nährt. Das Haus lag am äußerſten Saume der Vorſtadt, auf der Krone des alten Dammes weit entfernt von den anderen Gebäuden und überſchaute einen ſchmalen freien Platz ober⸗

halb des Leinpfads, wo gewöhnlich Zimmerholz, Planken und

aandere Holzwaaren aufgeſtapelt lagen, welche hier aus den

Flußſchiffen gelichtet und dann gelegentlich nach den benach⸗