Dorwort.
„Für Frauenhand“ betitelt ſich dieſer anſpruchsloſe Band Erzählungen und Novellen, und dieſer prätentiös klingende Titel erheiſcht einige erläuternde Worte. Zwei früher von mir herausgegebene Sammlungen von Novellen mit ſittlich⸗reli⸗ giöſer Grundlage:„Dunkle Wege“(Stuttgart 1857) und „Vier ſinnige Erzählungen für alles Volk und alle Zeit“(Stutt⸗ gart, Schiller 1860) ſind ſeiner Zeit von der gebildeten Leſe⸗ welt und beſonders von den Frauen ſehr beifällig aufgenom⸗ men worden und längſt vergriffen. Bei Gelegenheit verſchiede⸗ ner an mich ergangenen Anfragen: ob und wann von dieſen Bänden neue Auflagen erſcheinen würden, machten mir einige hochachtbare Frauen den Vorſchlag, auch eine Auswahl von Erzählungen zu veranſtalten, deren ſittlicher und ſinniger Grundton den Gegenſatz zu den heute ſo begehrten Senſations⸗ geſchichten bilden und ſich beſonders für Frauen und Töchter gebildeter Stände zu einer anmuthenden und auch gemüthlich anregenden Lektüre eignen würde. Jene Frauen motivirten ihren Vorſchlag hauptſächlich damit, daß ihres Wiſſens der⸗ malen in der deutſchen Literatur ein fühlbarer Mangel an derartigen Erzählungen zu bemerken ſei, welche man den Frauen


