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Abriß der Länder- und Staatenkunde, besonders von Deutschland : mit beständiger Hinsicht auf die neuesten Veränderungen und kurzen historischen Notizen / bearbeitet von Johann Heinrich Müller, Lehrer an der Realschule zu Hattinger, in der Grafschaft Mark
Entstehung
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man die Zahl der Grade des erſten Meridians vom Aequator bis zu dem angegebenen Orte zaͤhlet. Je⸗ nachdem nun ein Ort auf der noͤrdlichen oder ſuͤd⸗

lichen Halbkugel liegt, jenachdem hat er entweder

eine noͤrdliche oder ſuͤdliche Breite. Die Polhoͤhe eines Orts ſtimmt mit ſeiner geographiſchen Breite

uͤberein. 8

21) Boluren ſind diejenigen Meridiane, welche in den beiden Aequinoktial; und Solſtitial⸗

Punkten(5§. 14.) ſowohl den Aequator als die beiden Pole durchſchneiden.

22) Zu den dem Aequator parallel- oder gleich⸗ laufenden Zirkeln(die immer kleiner werden, je⸗ naͤher ſie den Polen kommen) gehoͤren vorzuͤglich die Wendecirkel und Polarcirkel.

23) Wendecirkel ſind die Kreislinien, welche die Sonne beſchreibt, wenn ſie am hoͤchſten und niedrigſten ſteht. Sie liegen auf beiden Seiten des Aequators, und der zwiſchen dem Aequator und Nordpole heißt der Wendecirkel des Krebſes (Tropicus cancri) welchen die Sonne beruͤhrt, wenn wir den laͤngſten Tag haben; der zwiſchen dem Aequator und Suͤdpole aber heißt der Wen⸗ deeirkel des Steinbocks(Tropicus capricorni), in welchem die Sonne den kuͤrzeſten Tag fuͤr uns macht.

24) Durch den ſcheinbaren Lauf der Sonne nach Norden und Suͤden zu, entſtehen alſo die