Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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Willanow begriff es wirklich nicht und ſtarrte ſie ver⸗ wundert an. 4

— Man hat Dich gefragt, wo Döring iſt.

— Mich?

— Man hat Dir geſagt, daß Du zu mir kommen ſollſt. — Mir?

— Nimm Dich in Acht, Willanow. Verſchlimmere Deine Keckheit nicht durch eine Unwahrheit. Iſt nicht Danilowna hier geweſen?

— Ja, Ew. Majeſtät, ich glaube beinahe.

— Beinahe? Biſt Du wahnſinnig, Willanow?

— In der That, Ew. Majeſtät, wäre es kein Wun⸗ der, wenn ich wahnſinnig wäre. Die entſetzliche Lage der Prinzeſſin... Döring's Verſchwinden... ich weiß ſelbſt nicht mehr, was ich gethan habe oder was ich thue.

Jetzt war es die Kaiſerin, die verwundert Willanow anſah.

— Die entſetzliche Lage der Prinzeſſin? wiederholte ſie. Iſt Alexandra krank?

— Hören Sie, Ew. Majeſtät, hören Sie...

Ein Gelächter, das die Anweſenden ſchaudern machte, erſcholl in dieſem Augenblick aus dem inneren Zimmer.

Die Kaiſerin begab ſich hinein. Als ſie endlich zu⸗ rückkam, war ſie aufgeregter und verſtörter als vorher. Beinahe unmächtig ſank ſie auf einen Divan.

Aber bald glättete ſich ihr Geſicht wieder und ſie ſchien von Neuem ihre Gedanken zu ſammeln.

„— Wo iſt Döring? fragte ſie Willanow. Ich wende mich an Dich, als ſeine Gattin... Du mußt wiſſen, wo er iſt... meine Hoffnung beruht jetzt auf ihm...

„— Auf ihm... ach mein Gott, Ew. Majeſtät... ich weiß nicht, wohin er gekommen iſt. Um ſechs Uhr ſaßen wir noch im grünen Kabinet. Protaſow rief mich zur Prinzeſſin hinein. Döring verſprach meine Rückkehr zu erwarten... aber als ich kam, war er fort, und ich weiß noch immer nicht, wohin er gegangen iſt. Ich habe