Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Toilette nimmt Dir nicht viel Zeit weg, dazu biſt Du zu ſchön. Du willſt bloß ausweichen... ich ſehe Dir's an... Du wechſelſt die Farbe. Ach, wie Dir das ſo gut anſteht, Willanov! Willſt Du wiſſen, welche Toilette Dich am allerbeſten ſchmückt, ſo beſteh' Dich jetzt im Spiegel. Dieß war es indeß nicht, was ich ſagen wollte, ſondern. ſieh' mir in's Auge, Willanov; was lieſeſt Du darin?

Gleich als wollte ſte die Augen der Prinzeſſin recht gründlich und ernſthaft ſtudiren, beugte ſich Willanov gegen ſie vor und nahm dabei eine ſo hochweiſe Miene nne daß ſte ſich ſelbſt kaum enthalten konnte, darüber zu achen.

dj— Garſtige Willanov; nun, was lieſeſt Du?

— Güte und Milde, flüſterte ſie.

— Jetzt ſcherzeſt Du, Willanov. Meine Augen drücken ſicherlich etwas ganz Anderes aus... ich wollte ſagen Zorn und Mißvergnügen... aber ich kann dieſe Worte nicht im Ernſt über meine Lippen bringen.

Und die Prinzeſſin ſchlang dabei ihre Arme um den ſchlanken Leib der Freundin und blickte liebevoll in ihre von dunklem Feuer ſtrahlenden Augen.

— Weißt Du Etwas, Willanow?

Fräulein Willanow hatte ebenfalls ihren Arm um die Taille der Prinzeſſin geſchlungen und ſo hielten die beiden Mädchen einander wie zwei Schweſtern, die ſich innig lieben. 3

— Du ſchweigſt.. Du weißt nicht, was ich zu ſagen gedachte.

— Doch, Hoheit, ich weiß es.

— So laß hören; aber ich glaube nicht, daß Du es weißt. 3

— Sie gedachten mir zu ſagen... daß Sie mich ſehr lieb haben. Nicht wahr, Hoheit? Sie wollen das agen? ſas— Und dennoch war ich ſo eben noch recht böſe auf Dich.. recht verdrießlich...