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ropa zu kämpfen, nicht in der Abſicht, ſelbſt einem von beiden anzugehören, ſondern um auf der Grundlage einer eigenen Moral und Politik ein ſelbſtſtändiger Welttheil mit einer eigenen Kultur zu werden. Gleich⸗ zeitige Ereigniſſe in Europa, wo das bisher glänzendſte Volk in einer blutigen Kataſtrophe trotzig die Fahnen der Revolution gegen alle Throne ſchwang, während es den ſeinigen in Trümmer zerſchlug, und Grundſätze über die Macht des Volkes predigte, die es aus dem Weſten, von der neuen Welt, entlehnt hatte, trugen dazu bei, die Aufmerkſamkeit noch mehr auf das Er⸗ ſcheinen des jungen Rußland's in der Arena zu lenken, während ſie ihm die in die Weltereigniſſe tief eingrei⸗ fende Rolle übertrugen, die es ſodann durchführte, und noch in dieſem Augenblick, wenn auch nicht unbeſtritten, doch unſtreitig durchführt, nämlich die Rolle, mit dem Brennusſchwert in der Hand die goldenen Gewichte der europäiſchen Bildung in die Wagſchale zwiſchen den Regenten und den Völkern zu legen.
Wenn Peter I. Rußland zur Einheit organifirt und daſſelbe gleich einem Vorpoſten von den öden Steppen bis in die Nähe des Lagers der civiliſirten Welt vorgeſchoben hatte, während er ſein Volk unauf⸗ hörlich mit Theilen dieſer Civiliſation rekrutirte, und ſeine Armeen unter dem Einfluß von Karl'’s XII. Vor⸗ münderſchwert erzogen wurden, ſo war es Katharina II. vorbehalten, die politiſche Erziehung des moskowitiſchen Stammes, wenn wir uns ſo ausdrücken dürfen, zu vollenden, denſelben in die Geheimniſſe der europäiſchen Diplomatie einzuweihen, ſeine Stimme bei den Be⸗ rathungen über die Schickſale der Nationen zu mäch⸗ tiger Geltung zu bringen, und ſeinen Waffen Ausſichten zu eröffnen, die, ungeachtet ihre eigene Lebensſonne bald niederſank, gleichwohl nicht verſchwanden, ſondern noch zu dieſer Stunde, wenn auch nur in der Perſpektive ferner Hoffnungen, die ſchmeichelnde Ausſicht auf eine ruſſiſche Weltmonarchie zeigen.


