Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Nichts ſchien indeß den Einſamen ſtören zu können.

Zu oberſt in der Allee zeigte ſich ein Mann, der ein Brett oder eine Art von Tiſchſcheibe auf dem Kopfe trug, worauf allerlei kleine Artikel zum Verkaufe ſtan⸗ den. Unter dieſen Waaren ſah man eine große Flaſche mit Sbiten, einem ruſſiſchen Lieblingsgetraͤnk, das aus Honig, Pfeffer und Waſſer gekocht wird. Der Mann war ein ſogenannter Sbitenhändler. Während er un⸗ aufhörlich ſeine Waaren ausrief, ſchritt er langſam voran und näherte ſich allmälig dem Einſamen, der, ohne ſich ſtören zu laſſen, fortwährend auf der Bank liegen blieb.

Wir müſſen dieſen Unbekannten etwas näher zu zeichnen ſuchen, weil er in der vorliegenden Arbeit eine gar zu wichtige Rolle ſpielt, als daß er nicht ſogleich unſere Aufmerkſamkeit auf ſich zöge.

Der Mann beobachtete eine nachläſſige Haltung, während ſein Kopf in der Hand ruhte. Dieſe Haltung ſchloß indeß nichts weniger als Sorgloſigkeit in ſich; im Gegentheil ſah man ganz deutlich, daß er in ſchmerzliche, qualvolle Gedanken verſunken war. Nicht bloß der Ausdruck ſeines Geſichtes war trübe, auch die Stirne war voll von Düſterheit; beſonders ſah man zwiſchen den Augen⸗ brauen tiefe Runzeln, und zuweilen bemerkte man ſchnell vorübergehende heftige Zuckungen um die Lippen, welche zu erkennen gaben, daß die Leidenſchaften eben jetzt in ihm rasten.

In Folge der verſchloſſenen Augenlieder hatte es den Anſchein, als ob er, ohne ſelbſt darauf gerechnet zu haben, ſich in ſich ſelbſt verſchloſſen hätte. Das Geſicht war übrigens nicht häßlich, wenn es auch keine ausge⸗ zeichnete Schönheit beſaß. Es war ernſt und fein pro⸗ portionirt, aber blaß, wie wenn die Leidenſchaften bereits alle friſcheren Roſen darauf verheert hätten.

Der ſchwarze Domino, der ihn bedeckte, war etwas zurückgefallen, und man ſah darunter Theile einer mit reichen Stickereien geſchmückten Hofuniform hervor⸗