Das Geſicht des Jünglings verfinſterte ſich dabei und er ſchlug verlegen die Augen nieder.
— Sie ſagten mir geſtern, fuhr jedoch der Andere fort, daß Sie Worowitſch heißen und von Mitau ſeien; heute nannten Sie ſich Wornonwitſch und behaupteten, Sie ſeien von Witebsk.
— Verzeihen Sie mir, verzeihen Sie mir, bat der Jüngling und drückte ſeinem Reiſegefährten von Neuem die Hand, während eine hohe Röthe ſein Geſicht be⸗ deckte; es iſt wohl möglich, daß ich mich verredet habe, aber ich habe es nicht abſichtlich gethan. Mein Name iſt Worowitſch... ich bin von Mitau.
Der Aeltere ſchaute zum Wagen hinaus und ſah ſich zerſtreut um; er ſchien die Verſicherung des Jüng⸗ lings zu bezweifeln, und über ſein Geſicht glühte ein Ausdruck des Mißvergnügens, den er jedoch aus Zart⸗ gefühl vor ſeinem Reiſegefährten zu verbergen ſuchte, wel⸗ cher ihn auch nicht bemerkte, ſondern bald wieder in ſeine eigenen Betrachtungen verſank.
— Ich weiß nicht, begann inzwiſchen der Aeltere nach einer kurzen Pauſe wieder, was es iſt, das mich an Sie feſſelt. Ich glaube, es iſt Ihre Jugend, Ihre ſichtbare Un⸗ erfahrenheit, Ihre beinahe ſchutzloſe Lage und zugleich die lebhafte Hingebung, womit Sie ſich über mehrere Gegen⸗ ſtände geäußert haben. Dieß Alles hat mich zu Ihnen hingezogen und je tiefer ich in Ihren Charakter eindrang, um ſo mehr haben Sie mich an einige Jahre meines eigenen Lebens erinnert, wo ich mich ungefähr in derſel⸗ ben Lage befand, wie Sie jetzt, obſchon Ihnen Etwas fehlt, was ich beſaß, nämlich die Aufrichtigkeit. In Ihren Jahren ſollte man jedoch aufrichtig ſein können. Es iſt allerdings wahr, daß ich kein Recht habe, dieſe Eigenſchaft von Ihnen zu fordern; aber ich appellire daran auch bloß.. ich weiß ſelbſt kaum warum. Sie ſind wie aus den Wolken in meine Gewalt gefallen, und wenn wir nach St. Petersburg kommen, werden wir uns trennen, vielleicht um nie wieder zuſammen⸗


