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einander lebten. Zu allen dieſen Unannehmlichkeiten kam endlich, daß unaus⸗ geſetzt widrige Winde wehten, die nach unſerer Ankunft im zadriatiſähen Meere in Stürme übergingen.
Nachdem wir bei der Inſel Liſſa vorbei waren, entſtand in der Nacht ein ſo heftiges Sturmwetter, daß man das Schiff nicht zu regieren vermochte, welches daher unaufhaltſam nach der Küſte von Dalmatien trieb. Gegen zwei Uhr Morgens gerieth es in die Nähe einer felſigen Inſel, und das Scheitern an derſelben ſchien unvermeidlich. Schon ſtand die Schiffsmannſchaft, welche bisher unermüdet gearbeitet hatte, von jedem fernern Verſuche zur Rettung ab; man verließ ſogar das Ruder, und Alle fielen auf die Knie, um ſich durch Beten auf den nahen Tod vorzubereiten. Doch der Himmel hatte es anders beſchloſſen; denn plötzlich räumte der Wind, wodurch die Mannſchaft mit neuer Hoffnung
und Thätigkeit belebt, und das Schiff von dem Gefahr drohenden Felſen wieder
abgebracht wurde.
Während der folgenden Tage hatten wir etwas beſſeres Wetter. Wir leg⸗ ten daher nach und nach bei mehren dalmatiſchen Inſeln an, um unſern ſehr verminderten Vorrath von Lebensmitteln zu ergänzen. Man konnte jedoch, außer Ziegen oder Fiſchen, faſt nichts bekommen.
Uebrigens ereigneten ſich in dieſen Tagen mancherlei ſonderbare Vorfälle, wovon ich nur einen anführen will. In einer Nacht erblickten wir dicht vor dem Schiffe Land. In Folge der Richtung, in welche geſteuert worden war, hielt es der Kapitän für die Küſte von Trieſt, obgleich dieſelbe nach der Berechnung des Weges, den wir ſeit der Abfahrt von der Inſel Groſſa zurückgelegt hatten, noch weit entfernt ſein mußte. Man legte daher bei, um den Anbruch des Ta⸗ ges zu erwarten. Aber wie groß war unſere Täuſchung! Das Schiff befand ſich bei der Inſel Cherſo, und war, obſchon nordweſtlich ſteuernd, ganz nach Oſten gerathen. Die Urſache, welche bald entdeckt wurde, lag darin, daß ſich bei dem Compaß ein großer eiſerner Nagel befand, welcher der Magnetnadel eine falſche Richtung gegeben hatte. Wie er dahin gekommen war, ließ ſich nicht ermitteln.
Am 13. Mai langten wir endlich im Hafen von Trieſt an. In dieſer freundlichen und blühenden Stadt vergaß ich bald alles Ungemach, das mit der Reiſe dahin verbunden geweſen war.
Verſchiedene Umſtände, hauptſächlich die Geburt eines Sohnes, nöthigten mich, unſern Aufenthalt in Trieſt zu verlängern. Wir gingen erſt im Auguſt des folgenden Jahres von da wieder ab.
Als wir auf den Gipfel des hohen Berges, an welchen ſich die Stadt
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