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den Seidenbau. Thon und Mühlſteine ſind die einzigen Mineralien, welche man benutzt, obſchon auch Gyps, Schwefel u. a. gefunden werden. Das Meer um die Küſten beſitzt einen Reichthum an Fiſchen, wovon jedoch kein ſonder⸗ licher Vortheil gezogen wird, und oft iſt man genöthigt, den Engländern Stockfiſch abzukaufen.
Der Kunſtfleiß der Corfioten erſtreckt ſich auf eine geringe Anzahl von Gegenſtänden. Die wenigen Handwerker in der Hauptſtadt und die Baum⸗ wollweber in Milichia, einem Flecken im Süden des Eilandes, abgerechnet, iſt Jedermann mit der Landwirthſchaft, oder der Gewinnung des Oels, der Bereitung des Salzes, der Schifffahrt, Fiſcherei, oder Krämerei beſchäftigt. Der Handel befindet ſich, wie ſchon erwähnt, in den Händen der Engländer. Die Ausfuhr ſoll im Durchſchnitt jährlich 550,000 Thaler, die Einfuhr da⸗ gegen 625,000 Thaler betragen, ſo daß 75,000 mehr ausgegeben als einge⸗ nommen werden. Dieſe Summe zu erſchwingen, würde unmöglich ſein, wenn nicht durch Schifffahrt und Zwiſchenhandel, durch die vielen Landleute, die alle Sommer nach dem Feſtlande auf die Arbeit gehen, durch die fremden Konſuln, die Deputirten der übrigen ioniſchen Inſeln, und die britiſchen Truppen und Seeleute viel baares Geld in das Land flöſſe.
Die Bevölkerung der Inſel Corfu betrug im Jahre 1815 gegen 73,000 Menſchen, welche, außer der Hauptſtadt, 11 Flecken und 118 Dörfer und Weiler bewohnten. Eine bedeutende Anzahl in der Hauptſtadt und einige Einzelne in andern Landestheilen ausgenommen, beſtehen ſie aus Griechen, die an der Religion, der Sprache, den Sitten und Gebräuchen ihres Volks
feſt halten. Auch ſind die Landleute meiſtens von den Untugenden frei ge⸗
blieben, welche die Stadtbewohner von den Venetianern und andern fremden Völkern angenommen haben. Sie befinden ſich aber in tiefer Unwiſſenheit, und ſtehen in dieſer Hinſicht unter allen Joniern auf der niedrigſten Stufe.
Von Alterthümern finden ſich auf Corfu wenig Ueberreſte, und die Spuren der ehemaligen prächtigen Städte ſind faſt gänzlich verwiſcht. In der Stadt ſieht man nur noch ein einziges antikes Gebäude, eine kleine, achteckige griechiſche Kirche mit Säulen von blauem und weißem Marmor; ſie ſcheint jedoch kein Werk aus jenem frühern Zeitalter, wo die Kunſt der Griechen blühte, ſondern ein ſpäteres römiſches zu ſein. Ungefähr fünf Viertelſtunden weſtlich von der Stadt, nahe bei der dortigen Salzlagune, zeigt man einige geringe Ueberbleibſel von Waſſerleitungen, die zu den Gärten des Alkinoos gehört haben ſollen.


