Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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z. B. in den italieniſchen und franzöſiſchen Städten, wo durch das unaufhörliche laute Sprechen, das Schreien und Singen der Menſchen die Ohren betäubt werden. Zwar verurſacht das Raſſeln der Wagen, das Hämmern und Hand⸗ thieren der Arbeiter, und der Muthwille einzelner Pöbelhaufen keinen geringen Lärm; aber die Volksmenge im Ganzen bewegt ſich anſtändig, ſtillſchweigend und blos mit ſich ſelbſt beſchäftigt ſchnell durch die Straßen. In den See⸗ ſtädten erhält dieſe Regſamkeit noch einen bedeutenden Zuwachs durch den Großhandel, durch den Zuſammenfluß von Menſchen aus allen Himmelsſtrichen, und durch mancherlei beſondere Auftritte. In Hinſicht der letztern will ich nur diejenigen erwähnen, welche das Preſſen oder gewaltſame Werben der Matroſen für die königliche Marine, beſonders in Kriegszeiten, veranlaßt. Nicht ſelten erblickt man Haufen bewaffneter Seeleute, welche, von den Kriegsſchiffen abgeſchickt, die Straßen und Gaſthäuſer durchſtreichen, und die ihnen aufſtoßenden Kauf⸗ fahrteimänner mit ſich fortſchleppen. Dies ſind jedoch nur gelegentliche Werber; es gibt aber auch, hauptſächlich in London, ſehr viele vom Staat beſtändig un⸗ terhaltene, nämlich die berüchtigten Preßgänger. Unter ihnen denke man ſich Menſchen, die mit Rohheit und Grauſamkeit große Liſt verbinden. Obſchon zum Tragen einer Art militäriſcher Kleidung berechtigt, erſcheinen ſie doch, um ſich unkenntlich zu machen und dadurch ihre Schlachtopfer deſto leichter zu über⸗ raſchen, faſt immer bürgerlich gekleidet, und zwar ganz verſchieden, z. B. der eine wie ein Herr von Stande, der andere wie ein Fährmann, der dritte wie ein Maurer u. ſ. w. So durchziehen ſie die Stadt, in Geſellſchaften(Preß⸗ gängen) zu acht, zehn und mehr Mann, jedoch unter die übrige Volksmenge vertheilt, und mit einer ſcheinbaren Unbefangenheit, als wenn keiner zu dem andern gehöre. Stößt aber ihren Späherblicken ein Matroſe, oder ſonſt ein zum Marinedienſt fähiger Menſch auf, dann wiſſen ſie ihn durch geſchickte Wen⸗ dungen in ihre Mitte zu bringen, ehe er es gewahrt oder ahnt. Plötzlich fühlt er ſich auf die Schulter geklopft, oder bei der Bruſt ergriffen, ſieht den Anführer des Preßganges(Preßmeiſter) vor ſich ſtehen, und hört deſſen Stentorſtimme ihm lakoniſch zurufen:Was für ein Landsmann? Fällt die Antwort aus: Ein Engländer, ein Schottländer, oder Irländer, dann heißt es eben ſo kurz:Vorwärts, mein Sohn! denn nur Landeskinder zwingt das Geſetz zum Kriegsdienſte und man bringt ihn unverzüglich auf ein Kriegsſchiff, oder an einen ſichern Ort. Lautet aber die Antwort:Ein Ausländer, und wird ſie durch Vorzeigung des Schutzpaſſes, dergleichen jeder ausländiſche Seemann vom Conſul ſeines Landes erhält, bekräftigt, dann ziehen die Preß⸗ gänger, ohne ihn länger zu beläſtigen, ſtillſchweigend weiter. Bisweilen haben ſie die Unverſchämtheit, ſolche Päſſe, wenn beim Vorzeigen derſelben kein giltiger