Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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die Fußwege wäſcht. Bei Nacht ſind ſie, und zwar in neuern Zeiten faſt durch⸗

gängig mit Gas, vortrefflich erleuchtet. Jede bedeutende Stadt beſitzt, außer

den Markt⸗ und denjenigen freien Plätzen, welche gewöhnlich die Kirchen und die andern öffentlichen Gebäude umgeben, auch viele ſo genannte Squares

(Gierecke), die man blos der geſunden Luft wegen angelegt hat. Sie ſind in

der Mitte zum Theil mit Baumreihen beſetzt, großen Theils auch, weil der Engländer gern allenthalben das Bild der einfachen Natur aufſtellt, blos mit Gras oder mit Sträuchern bewachſen, und mit eiſernen Geländern umſchloſſen. Das Recht, innerhalb dieſer Vermachungen ſpazieren zu gehen, kommt nur den Bewohnern der umliegenden Häuſer zu, die gewöhnlich aus den reichſten und vornehmſten Familen des Ortes beſtehen.

In den meiſten Gaſſen enthält jedes Haus einen Kauf⸗ oder Kramladen, und das fünfte oder ſechste eine Bier⸗ oder ähnliche Wirthſchaft. Da Leute einerlei Gewerbes, des beſſern Verdienſtes wegen ſich gern von einander ent⸗ fernen, ſo ſind die Läden ſehr gemiſcht, indem z. B. der eines Schnitthändlers auf den eines Metzgers, dann wieder der eines Goldſchmieds, Apothekers, Bäckers folgt, und ſo geht es in bunter Abwechſelung fort. Die Verſchiedenheit der Handelsartikel macht eine ſchöne Wirkung auf das Auge. Jedes Gewölbe kündigt ſich durch ein glänzendes Schild an. Die bis auf den Fußboden herab⸗ gehenden Fenſter ſind mit ſchönen Gardinen behängt, und mit den Probeſtücken der Waaren beſetzt. Durch die große Glasthür kann der Vorübergehende das Innere den Reichthum der Waaren, ausgebreitet auf ſchönen Tafeln und Geſtellen, die herrlichen Spiegel und Verzierungen deutlich ſehen. Die Ver⸗ käufer verſtehen im hohen Grade die Kunſt, ihre Waaren geſchmackvoll zu ord⸗ nen, ſo daß keine die andere verdunkelt, und jede auffällig und doch anziehend erſcheint. Selbſt Gegenſtände, die anderwärts einen ſchlechten, ja oft Ekel er⸗ weckenden Anblick gewähren, weiß man auf eine Art darzuſtellen, die den Be⸗ ſchauer mit Wohlgefallen dabei verweilen läßt. Z. B. in den Gewölben der Metzger liegt das Rindfleiſch, zierlich in viereckige Stücke zerſchnitten, auf rein⸗ lichen Schüſſeln von Steingut, und auf Tafeln, die mit ſchneeweißen Tüchern bedeckt ſind. An den Wänden umher ſtehen Töpfe mit Blumen und andern wohlriechenden Gewächſen, zwiſchen welchen hier eine Schöpskeule, dort ein Schinken und dergleichen hängt, und zum Kaufen einladet. Der Leſer ſchließe hieraus auf die Nettigkeit und die Pracht ſolcher Läden, dergleichen in allen Ländern ein gefälliges und prächtiges Anſehen haben.

Nirgends findet man die Straßen einer Stadt ſo lebhaft als in England, was nicht ſowohl von der Menge der Einwohner, als vielmehr von ihrer großen Geſchäftigkeit herrührt. Dieſe Lebhaftigkeit iſt aber von ganz anderer Art, als

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