Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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auf, ſobald der Nordoſtmonſoon feſten Fuß gefaßt hat. Nach der Zeit findet heiteres und trockenes Wetter Statt, bis die Sonne, im März, auf ihrer Bahn nach Norden durch die Linie geht. Nach dieſer Zeit fallen häufig ſtarke, mit Gewittern und Stürmen begleitete Regengüſſe, die bis in den Juni anhalten, ſo daß man oft vierzehn regneriſche Tage nach einander zählt. Im Juli und Auguſt iſt das Wetter mehr zur Trockenheit geneigt, im September aber ſehr veränderlich. Uebrigens ſind die Sommer nicht ſo heiß und die Winter ungleich kälter, als in den weſtlichern, unter gleicher Breite gelegenen Ländern, was hauptſächlich die hohen chineſiſchen Gebirge zu bewirken ſcheinen.

Ich kehre jetzt zu unſerem Werford zurück. Er ſegelte, von zwei andern engliſchen Schiffen begleitet, am 13. November(1810) von Canton ab. Am 8. December erreichten wir die Rhede von Batavia, und gingen von da, mit der nach England beſtimmten Flotte, am 18. wieder in See. Die Fahrt nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung war, wegen der vielen Gewitter, Stürme, Waſſerhoſen u. ſ. w., die wir auszuhalten hatten, mit vielem Ungemach ver⸗ knüpft, daher die Schiffe ziemlich beſchädigt und die Mannſchaften großen Theils erkrankt am 27. Februar im Hafen der Kapſtadt anlangten. Obſchon mein lange genährter Wunſch, dieſes berühmte Vorgebirge in der Nähe zu ſehen, jetzt erfüllt wurde, ſo konnte ich doch, weil meine Amtsgehülfen meiſtens krank waren, keine Zeit gewinnen, es genau kennen zu lernen. Was ich in der Kap⸗ ſtadt flüchtig bemerkte, iſt ſchon oft von andern Reiſenden ausführlich beſchrie⸗ ben worden. Die geſunde Luft, der ſtärkende Wein und die übrigen trefflichen Lebensmittel bewirkten, daß unſere Kranken gegen das Ende März völlig ge⸗ neſen waren, daher man am 2. April wieder unter Segel ging. Vier Wochen ſpäter erreichten wir die Inſel St. Helena, und ankerten in der St. Jamesbai, um friſches Waſſer einzunehmen. Wir verließen die Inſel am 7. Mai, und ſetz⸗ ten die Reiſe ohne erhebliche Widerwärtigkeiten bis an den Ort unſerer Be⸗ ſtimmung fort. Am 2. Juli 1811 lief unſer Wexford, nach einer Abweſenheit von achtzehn Monaten, glücklich in die Themſe ein.