175 und zu ſich rufen ließ. Ich fand ihn aͤmſig beſchaͤf⸗ tigt, die Schriften zu ordnen und in einige, mit Eiſen beſchlagene Kiſten zu packen, um ſie im Raume zu verwahren, daher ich, ohne ſeine Auffoderung zur Huͤlf⸗ leiſtung abzuwarten, das Geſchaͤft beſchleunigen half. Wir waren gerade fertig und die Kiſten fortgeſchafft, als die tiefe Stille von dem Geraͤuſch eines Manoͤ⸗ vers mit den Segeln unterbrochen wurde; denn der Neptun hatte ein feindliches Schiff erreicht, und man zog eben, wie es im Gefecht geſchieht, die untern Segel ein, um bloß die weit lenkſamern oberen zu gebrau⸗ chen. In dem Augenblick ertoͤnten einige fuͤrchterliche Kanonenſchuͤſſe, und zu gleicher Zeit fuhr eine Kugel vorn durch des Sekretaͤrs Kammer, und hinten wieder hinaus, worauf ſie die Gemaͤcher des Admirals eben⸗ falls durchbohrte. Der Sekretaͤr, den die Kugel bei⸗ nahe getroffen haͤtte, warf bloß einen Blick nach den Stellen, woher ſie gekommen, und wohin ſie gegan⸗ gen war, und blieb uͤbrigens kaltbluͤtig auf dem Stuhle ſitzen, auf welchen er ſich nach der Arbeit geworfen. hatte. Ich beſaß noch nicht einen ſolchen Grad der Geiſtesruhe, ſondern ſprang nach der erſten Beſtuͤrzung hinaus auf's Verdeck, um zu erfahren, was vorginge.
Ich ſah in einiger Entfernung vom Neptun ein franzoͤſiſches Schiff. Dieſes hatte, als jener ihm von hinten nahe kam, aus ſeinem Hintertheil ſchwere Ku⸗
geln abgefeuert. Weil aber gerade der Wind abzu⸗
nehmen begann,— was jederzeit den leichtern Schif⸗


