Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1831) Reise von London nach China und Rückkehr nach England : mit besonderer Hinsicht auf den Charakter und die Lebensart der Seeleute / von F.T.M. Richter
Entstehung
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nicht; denn Jeder ſitzt, wenn auch Mehre zuſammen

eſſen, an einem beſondern Tiſchchen. Von der Sitte, ſich vor und nach Tiſche eine geſegnete Mahlzeit zu wuͤnſchen, wiſſen die Chineſen nichts; doch pflegen ſie einander zuzutrinken. Die armen Leute auf den Scham⸗ panen, welchen es in der Regel an Tiſchen und Stuͤh⸗ len fehlt, haben die Gewohnheit, beim Eſſen zu kau⸗ ern. Sie ſchließen um ihre Toͤpfe, die auf das Ver⸗ deck niedergeſetzt werden, einen Kreis, und verzehren auf die beſchriebene Art eine Schale voll Reiß nach der andern. Die Zuſpeiſe beſchraͤnkt ſich meiſtens auf Stuͤckchen Speck, auf kleine Fiſche, Waſſergewuͤrme, oder rohe Fruͤchte. Uebrigens fehlt es den Chineſen

faſt nie an gutem Appetit, weil die Verdauung der

Speiſen durch das viele Theetrinken ſehr befoͤrdert wird; daher ſie auch taͤglich vier ſtarke Mahlzeiten halten.

So einfach die gewoͤhnlichen Mahlzeiten der Chi⸗ neſen ſind, ſo ſehr lieben ſie Prunk und Verſchwend⸗ ung bei Gaſtereien. Da ich hieruͤber aus eigener Er⸗ fahrung nicht ſprechen kann, ſo theile ich die Beſchreib⸗ ung mit, die unſer Schiffskapitaͤn von einem Gaſt⸗ mahl machte, wozu er, nebſt noch zwei andern Eng⸗ laͤndern, eines Tages vom engliſchen Comprador ge⸗ zogen wurde. Die Waͤnde des Speiſeſaakes waren mit ſchoͤnen, bunten Tapeten bekleidet, und mit Ge⸗ maͤlden und Kraͤnzen von kuͤnſtlichen Blumen geziert. Zu beiden Seiten ſtand eine Reihe kleiner Tiſche, und