Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1831) Reise von London nach China und Rückkehr nach England : mit besonderer Hinsicht auf den Charakter und die Lebensart der Seeleute / von F.T.M. Richter
Entstehung
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167 welche ſie auftragen, ohne auf Licht und Schatten, und auf die Hervorhebung des Vordergrundes Ruͤckſicht zu nehmen. Dabei bezeichnen ſie die Umriſſe eines jeden Gegenſtandes durch ſtarke Striche, was vielleicht daher kommt, weil ſie allen Dingen beſtimmte Graͤn⸗ zen geben. Zur richtigen Darſtellung einer Landſchaft

find ſie ganz unfaͤhig, da ſie keinen Begriff von der Perſpective haben; entfernte Gegenſtaͤnde werden in

die Hoͤhe der Wolken geſtellt. Die Potraitmaler gehen

aͤußerſt mechaniſch zu Werke. Meiſtens entwerfen ſie umriſſe zu Bruſtbildern in Vorrath, welche dann, wenn ſich Jemand malen laͤßt, bloß ausgefuͤllt werden; bis⸗ weilen ſind auch zwei oder drei mit Einem Bilde be⸗ ſchaͤftigt, weil derjenige, welcher den Kopf fertigt, ſich mit der Kleidung oder dem Grunde nicht befaßt. Deſſen ungeachtet gelingt es ihnen oft, ziemlich treue Dar⸗ ſtellungen von ihren Landsleuten zu machen, weil dieſe in Hinſicht der Geſichtsbildung faſt durchgaͤngig denſel⸗ ben Zuſchnitt haben. Wenn aber das Geſicht von den nationellen Zuͤgen, womit ſie vertraut ſind, abweicht, ſo laͤßt ſie ihre Kunſt im Stiche; wenigſtens haben ſie noch nie einen Europaͤer ganz getroffen. Die beßten

chineſiſchen Gemaͤlde beſtehen in Abbildungen von Haͤu⸗

ſern, Blumen, Schmetterlingen und andern Gegenſtaͤn⸗ den, die keiner vorzuͤglichen Schattirung beduͤrfen. Uebrigens malt man auf Papier, auf Holz, Glas, Porzellan, Horn und Elfenbein.

Die Muſik und der Geſang der Chineſen ſind wild