Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1831) Reise von London nach China und Rückkehr nach England : mit besonderer Hinsicht auf den Charakter und die Lebensart der Seeleute / von F.T.M. Richter
Entstehung
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Die Schifffahrt der Chineſen iſt bereits oben be⸗ ſchrieben worden; hier fuͤge ich nur noch hinzu, daß ſie nach dem, was ich von den geographiſchen, aſtro⸗ nomiſchen und mathematiſchen Kenntniſſen der Nation geſagt habe, ſich auf keiner hohen Stufe beſinden kann.

Was die eigentliche Bildhauerkunſt betrifft, ſo iſt ſie in China kaum dem Namen nach bekannt. Die Abbildungen der Goͤtzen beſtehen, wie ſchon im Vor⸗ hergehenden geſagt wurde, aus Holz, oder aus Pappe⸗ Ueberdem verfaͤhrt man bei der Verfertigung derſelben auf die ſonderbarſte Weiſe. Denn der Kopf, der Leib, die Beine u. ſ. w. werden alle einzeln und von ver⸗ ſchiedenen Arbeitern gemacht, und durch Pfaͤhle, die man durch den Leib ſteckt, mit einander verbunden; das Ganze bekommt dann einen Anſtrich mit Farben und Firniß. Bei einer ſolchen Zuſammenſetzung kann es nicht fehlen, daß die laͤcherlichſten Mißgeſtalten zum Vorſchein kommen, weil die einzelnen Theile ſelten mit einander uͤbereinſtimmen. Eine groͤßere Geſchicklichkeit beſitzen die Gypsbildner, beſonders in Darſtellung der Menſchen und Thiere im Kleinen. Es laſſen ſich da⸗ her viele Europaͤer, die nach Canton kommen, von ihnen abbilden; und ich habe mehre dergleichen Figu⸗ ren geſehen, welche in Hinſicht der Geſichtszuͤge, ſo wie der ganzen Geſtalt und Bekleidung des Koͤrpers eine ſprechende Aehnlichkeit mit den Urbildern hatten.

In der Malerei legen die Chineſen den groͤßten Werth auf lebhafte, in die Augen fallende Farben,